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Jahrbuch der DKB STIFTUNG

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10 Das Olympische Dorf

10 Das Olympische Dorf von 1936 in Elstal nutzen wir für die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Neben unseren Führungen haben wir dazu in der Schwimm- und Turnhalle eine Ausstellung mit Artefakten, Schriftstücken und Bildmaterial aus den verschiedenen Dekaden des Olympischen Dorfes gezeigt. Zum Tag des offenen Denkmals haben wir kostenfreie Führungen angeboten, um Interessierten einen leichten Zugang zu Wissen, Denkmal und Geschichte zu ermöglichen. Das Olympische Dorf wurde als Ort zum Wohnen geschaffen und unsere Aufgabe ist es nun, das Denkmal wieder zu einem lebendigen Ort zu machen.

Förderung von Forschung und Wissenschaft ebenfalls eine wichtige Bedeutung in unserer Stiftungsarbeit zu. In Liebenberg haben wir zum Beispiel einen richtigen Kunstschatz, die Liebenberger Alexanderschlacht, eine Kopie des berühmten Alexanderschlacht-Mosaiks aus der Casa del Fauno in Pompeji, die momentan aufgrund ihres Zustands nicht dauerhaft ausgestellt werden kann. Aktuell beschäftigt sich eine Studentin der Fachhochschule Potsdam in ihrer Bachelor-Arbeit mit einem Restaurierungskonzept, denn wir wollen unsere Denkmäler erhalten und gleichzeitig dazu nutzen, Wissenschaft und Forschung zu unterstützen. Dann gab es doch noch diese 21 Kubikmeter Papierakten aus DDR- Zeiten, die Sie vor ein paar Jahren entdeckt haben. Oliver Kahn: Ja, interessant. Die kamen 2016 in einer Garage auf Schloss & Gut Liebenberg ans Licht. Die Aufzeichnungen aus den Jahren 1951 bis 1993 haben schon einige Erkenntnisse geliefert. Gut Liebenberg versorgte zum Beispiel von 1949 bis 1990 die höchste Bildungsstätte der SED – die Parteihochschule Karl Marx. Die Wissenschaft kann mit diesen Akten neue wirtschafts-, technik- und parteigeschichtliche Fragen bearbeiten. Es bieten sich aber auch Anknüpfungspunkte zur Untersuchung von Alltag und Kultur im sozialistischen Dorf Liebenberg. Darin steckt unheimlich viel Erinnerung. Wir können daraus etwas über die Menschen und ihre landwirtschaftliche Arbeit auf diesem „Mustergut“ erfahren. Das wollen wir natürlich erhalten und der Forschung zur Verfügung stellen. Unter anderem haben wir im Rahmen einer Bachelorarbeit verschiedene Archivierungsmöglichkeiten erforschen lassen. Alle gewonnenen Erkenntnisse stellen wir kostenfrei und unbürokratisch als Grundlage für weitere wissenschaftliche Arbeiten bereit. Welche Stiftungsziele wollen Sie mit den Jugenddörfern in Naumburg und Gnewikow verwirklichen? Oliver Kahn: Im Jugenddorf Gnewikow unterstützen wir aktiv Demokratieprojekte mit jungen Menschen. Mit unserem Partner START-Stiftung führen wir seit mehreren Jahren Erlebniswochen durch und trainieren dort gegenseitiges Verständnis. Die Jugendlichen erfahren, wie sie Konflikte argumentativ lösen und das eigene Handeln zum Wohle aller einsetzen. Mit eigenem Handeln Vorbild sein und zeigen, wie Wandel für alle bekömmlich sein kann. Das ist Ziel unserer Stiftungsarbeit und dafür nutzen wir alle unsere Liegenschaften. Ralf Klenk: Mit Naumburg und Gnewikow haben wir zwei Standorte, die Schulklassen, Feriencamps oder Jugendgruppen durch ihre Lage und den hochwertigen Service eine erstklassige Umgebung für ihren Aufenthalt bieten. Wir vermitteln hier weniger die Geschichte der Orte, sondern rücksichtsvolles Handeln. Auch das ist ein großes Thema in all unseren Liegenschaften. Wir sind im Euroville in Naumburg Vorreiter für Inklusion am ersten Arbeitsmarkt und Arbeitgeber für Menschen mit Behinderung. Das bedeutet für uns, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. Doch vor allem stehen bei uns die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Mittelpunkt. Sie sind es, die den Gästen das Gefühl geben, willkommen und gut aufgehoben zu sein. Wir wollen ein Miteinander ohne Hindernisse fördern. Und das spüren unsere Gäste. DKB STIFTUNG · JAHRBUCH 2019 UNSERE LIEGENSCHAFTEN – ORTE UNSERES STIFTUNGSWIRKENS 11